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Craft Beer oder Industrie-Bier – welche Wahl treffen?

In den letzten Jahren hat der Bierkonsum in Italien allgemein deutlich zugenommen, mit wachsendem Interesse an Craft-Bieren. Dieser Trend spiegelt eine Veränderung im Konsumverhalten wider, da immer mehr Menschen einzigartige Erlebnisse und hochwertige Produkte suchen: So zeigt beispielsweise eine Studie von Bva Doxa und AssoBirra, dass Bier zu einem zentralen Element für das Wachstum des enogastronomischen Tourismus in Italien geworden ist. Über 71 % der Italiener planen ihren Urlaub oder Wochenendausflug rund um die Entdeckung lokaler Speisen und Biere, besonders die junge Generation: Die Generation Z zeigt mit 76 % ein ausgeprägtes Interesse an solchen bierbezogenen Touren, gefolgt von den Millennials mit 72 %.

 

Weltweit wird der Biersektor voraussichtlich weiter wachsen: eine von Technavio durchgeführte Studie, zitiert von Forbes USA, prognostiziert ein Wachstum des globalen Marktes um über 148,4 Milliarden US-Dollar zwischen 2024 und 2028 bei einer jährlichen Wachstumsrate von 3,7 %. Dieses Wachstum wird durch eine steigende Nachfrage in Schwellenländern und eine Reihe strategischer Übernahmen angetrieben, die die Präsenz großer Unternehmen auf dem Markt gefestigt haben.

 

Im europäischen Kontext gewinnt Italien eine immer bedeutendere Rolle in der Bierlandschaft: Laut der Studie Beer Image Tracker, gefördert von den Brewers of Europe, hat sich Italien in den letzten fünf Jahren konstant unter den vier Ländern mit dem besten Bier-Ruf positioniert. Dieser Erfolg geht einher mit einer Zunahme von bierbezogenen Veranstaltungen und Bier-Tourismus, wobei fast 60 % der Italiener an sommerlichen Bierfestivals teilgenommen haben und ein Drittel historische Brauereitouren gewählt hat.

 

Die Lust auf Entdeckung und Geselligkeit, verbunden mit der Verbundenheit zur lokalen Kultur und Tradition, treibt diesen Sektor weiterhin an. Doch schauen wir uns nun an, was die wesentlichen Unterschiede zwischen Craft-Bier und Industrie-Bier sind und warum Sie das Craft-Bier bevorzugen sollten.

 

Wie wird Craft-Bier im Vergleich zu Industrie-Bier hergestellt?

 

Die Herstellung von Craft-Bier unterscheidet sich deutlich von der industriellen Produktion durch die Auswahl der Zutaten, die Verarbeitungstechniken und die Größe der Brauereien.

Um als „Craft“ bezeichnet zu werden, muss eine Brauerei bestimmte Kriterien erfüllen, die drei wichtigsten sind:

- die Jahresproduktion darf 200.000 Hektoliter nicht überschreiten;

- die Brauerei muss unabhängig und nicht Teil großer Industriegruppen sein;

- es dürfen keine Pasteurisierungs- oder Filtrationsprozesse angewendet werden.

Auch die Unterschiede bei der Auswahl der Zutaten sind entscheidend. Craft-Brauereien wählen ihre Rohstoffe mit großer Sorgfalt aus, wobei sie die organoleptischen und ernährungsphysiologischen Qualitäten des Endprodukts bevorzugen und, wenn möglich, Produkte aus der Region oder mit kurzen Transportwegen bevorzugen. Im Gegensatz dazu zielt die industrielle Produktion oft darauf ab, die Ausbeute zu maximieren und den Geschmack zu standardisieren, indem Zusatzstoffe und Ersatzstoffe verwendet werden.

Außerdem werden Craft-Biere noch in kleinen Chargen hergestellt, wobei die natürlichen Gärzeiten respektiert und keine Prozesse beschleunigt werden. Dieser Ansatz ermöglicht ein geschmacklich und aromatisch reichhaltigeres und komplexeres Produkt, allerdings in geringeren Mengen. Industriebier wird hingegen in großen Mengen und schneller produziert, oft durch „chemische“ Beschleunigung vieler Prozesse, um der Marktnachfrage gerecht zu werden.

 

Was macht Craft-Biere besser als Industrie-Biere?

 

Craft-Biere gelten aus verschiedenen Gründen als überlegen gegenüber Industrie-Bieren, angefangen bei der sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe. Jede Zutat wird mit dem Ziel ausgewählt, ein Bier zu kreieren, das nicht nur den Gaumen erfreut, sondern auch die Region, lokale Traditionen und die Stilparameter des jeweiligen Bierstils respektiert. Das führt zu Bieren mit einzigartigen und variierenden Geschmacksprofilen, die von den Jahreszeiten und der Verfügbarkeit der Rohstoffe beeinflusst werden.

Die Rezepte von Craft-Bieren sind zudem oft flexibler und kreativer als die der Industrie-Biere. Während Industrie-Biere dazu neigen, ein standardisiertes Rezept beizubehalten, um einen einheitlichen Geschmack zu garantieren, können Craft-Biere von Charge zu Charge stark variieren, dank kleiner und großer Anpassungen während der Produktion. Dies macht jedes Craft-Bier zu einem einzigartigen Erlebnis, vergleichbar mit einem Gericht der gehobenen Küche, bei dem jedes Detail sorgfältig gepflegt wird.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die "Lebendigkeit" des Produkts. Craft-Biere werden oft als dynamische, sich entwickelnde Getränke betrachtet. Da sie weder filtriert noch pasteurisiert sind, bewahren sie eine Komplexität an Aromen und Geschmacksnuancen, die sie besonders für echte Liebhaber interessant macht – und nicht nur für diese. Industrie-Biere hingegen werden pasteurisiert und filtriert, um eine längere Haltbarkeit und größere Stabilität zu gewährleisten, allerdings auf Kosten der organoleptischen Komplexität.

Wir haben keinerlei Zweifel bei der Wahl zwischen Craft- oder Industrie-Bier… und wir wetten, dass auch Sie immer blind das Craft-Bier wählen, sonst würden Sie diesen Artikel in unserem Magazin nicht lesen!

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